Ursprung

Als sich in London 1717 einige englische Logen zu einer Großloge zusammenschlossen, um die Dinge zu ordnen, die sich im Laufe der Zeit allzu sehr auseinander entwickelt hatten, war es nur eine Frage der Zeit, bis die freimaurerischen Ideen über Frankreich den Kurpfälzer Raum erreichen sollten. Und so entstand die erste Freimaurerloge auf deutschem Boden in Mannheim. Leider kennt man nicht das Gründungsdatum. Vermutlich fanden sich einige Herren (Weitgereiste und Ausländer?) zusammen, praktizierten freimaurerisches Leben und empfanden sich schließlich als Loge.

 

Kurfürst Carl Philipp

Kurfürst Carl Philipp

 

Diese Liberalität wurde unversehens gestoppt, als der damalige Herrscher in der Kurpfalz (Kurfürst Karl Philipp) davon Kenntnis bekam und die nicht öffentlichen Versammlungen beargwöhnte; es war dann nur noch ein kleiner Schritt zum Verbot der Teilnahme seiner Landeskinder an den Versammlungen der Brüderschaft der „francs macons“, erlassen am 21. Oktober 1737.

 

Gleichwohl entwickelte sich die Königliche Kunst – wie sich die Freimaurerei gelegentlich und anspruchsvoll nennt – im Rhein-Neckar-Raum hervorragend. Bald arbeiteten in Mannheim Brüder in drei Logenhäusern; Frankenthal, Alzey, Heidelberg, Kaiserslautern und dergl. mehr beherbergten ebenfalls Bauhütten.

 

Nach dem II. Weltkrieg war ein Neuanfang unter den schwierigsten Bedingungen zu leisten. Der Blutzoll, der natürliche Abgang und die Emigration hatten in der Verbotszeit des Nazi-Reichs erreicht, dass manche Logen nicht mehr reaktiviert werden konnten; sie galten damit als endgültig aufgelöst. Um die Besitzansprüche der noch lebenden Brüder durchzusetzen, schloß man sich in Mannheim zu zwei Logen zusammmen. Diese schufen sich ein Domizil in einem neu erbauten Logenhaus in der östlichen Unterstadt.

 

Da Heidelberg nicht zerstört war, konnte die alte Loge, gegründet 1856, wieder ein freimaurerisches Leben in dem vormaligen Gebäude beginnen; eine amerikanische Militär-Loge und eine christliche Loge (FO-Loge) kamen dazu. Frankenthal, 1880 gegründet, nahm seine Arbeit auch wieder auf.

 

In Ludwigshafen wurde erst 1970eine Loge gegründet. In Michelstadt im Odenwald nahm bereits 1948 eine neue Loge ihre Arbeit auf. Neustadt in der Pfalz, 1897 gegründet, begann mit Zustimmung der französischen Besatzungsmacht wieder zu arbeiten. Worms, bereits 1781 gegründet, nahm ebenfall seine Arbeit wieder auf.

 

Mit der Teilung Deutschlands veränderte sich die freimaurerische Landschaft erneut. In der Sowjetischen Besatzungszone wurde das Nazi-Vebot erneut bestätigt und Logen nicht zugelassen. In den Westzonen entwickelten sich unter den jeweiligen Besatzungsmächten nach deren Vorstellungen genehmigte Bauhütten. Parallel dazu gründeten sich auf deutschem Boden amerikanische, britische, kanadische und französische Militär-Logen, die unter dem Patronat der Großlogen ihrer Heimatländer standen.

 

Zwei Korrekturen fanden in der Folgezeit statt

 

  • Mit der Gründung der Bundesrepublik 1949 gaben sich die deutschen Logen eine eigene Spitze und organisierten sich in Distrikten, die den Bundesländern angepaßt waren. Die Militär-Logen unterstellten sich der deutschen Vereinigten Großloge
  • mit der Wiedervereinigung 1990 wurden in den Bereichen der ehemaligen DDR die alten Logen wieder etabliert.